Beratungstermin vereinbaren
Schmerztherapie bei Bindegewebserkrankungen

Röntgenreiz gegen Bindegewebserkrankungen

Nach Verletzungen im Hüftbereich kommt es leider häufig durch eine Überreaktion der Bindegewebsstammzellen zu Verknöcherungen im umgebenden Weichgewebe. Oft entstehen diese Verknöcherungen mitten in den Muskeln um das Hüftgelenk herum.  

Gründe für diese Verletzungen können z. B. Knochenbruch oder Verbrennungen sein, meist aber sind es heute Operationen zur Implantation oder zum Austausch einer Hüftprothese (Hüft-TEP = Totalendoprothese). 

Keloide und überschüssiges Narbengewebe

Keloide oder überschüssiges Narbengewebe (hypertrophe Narben) nach Verbrennungen, Operationen, manchmal sogar kleinen Verletzungen wie Tätowierungen oder dem Stechen von Ohrlöchern können groß, schmerzhaft und sehr hartnäckig sein. Sie neigen dazu, nach einer Operation zur Entfernung dieser Wucherung relativ schnell genau dort wieder nachzuwachsen. Eine relativ niedrig dosierte Bestrahlung kurz vor oder nach einer (erneuten) Operation kann dies erfreulicherweise zuverlässig verhindern. 

Arzt tastet ein Knie ab

Falsche Knochenbildungen

Diese Knochenbildungen an falscher Stelle (heterotope Ossifikationen) können klein bleiben oder so groß werden, dass sich sogar Knochenbrücken zwischen den Oberschenkel- und Beckenknochen bilden. Sie können sich schon innerhalb einiger Wochen nach der Operation bilden und je nach Größe unbemerkt bleiben, Schmerzen bei Hüftbewegungen verursachen oder sogar die Hüftbeweglichkeit stark einschränken. Um dies zu vermeiden, werden meist für ein bis zwei Wochen nach der Operation täglich hochdosiert entzündungshemmende Medikamente wie etwa Ibuprofen gegeben. 

Bei sehr hohem Risiko für Verknöcherungen wird eine Bestrahlung eingesetzt, die solche Verknöcherungen noch zuverlässiger verhindert. Besonders angezeigt ist eine Bestrahlung etwa bei erneuter Operation oder vorliegender Hüftkopfnekrose oder wenn die entzündungshemmenden Medikamente etwa bei Niereninsuffizienz, koronarer Herzkrankheit, Unverträglichkeit oder Magengeschwüren nicht gegeben werden sollten. 

Für eine solche Bestrahlung ist meist nur eine einzige Sitzung wenige Stunden vor der Operation erforderlich. Allerdings ist ein zusätzlicher Termin für eine Computertomografie in unserer Praxis notwendig, da wir diese Behandlung inzwischen immer dreidimensional und individuell planen, um umliegendes Gewebe ideal schonen zu können. 

Arzt bereitet das TrueBeam Bestrahlungsgerät für eine Behandlung vor

Anschwellungen hinter der Augenhöhle

Bei der entzündlichen Autoimmunerkrankung der Augenhöhle, der endokrinen Orbitopathie, schwillt das Weichteilgewebe hinter den Augäpfeln an, es kommt zu Entzündungen und Bindegewebsveränderungen. In der Folge treten die Augen hervor (Exophthalmus), was zu Augentrockenheit oder Sehstörungen führen kann. Fast immer tritt dies in Zusammenhang mit Morbus Basedow auf, einer autoimmunen Schilddrüsenentzündung, und/oder Schilddrüsenüberfunktion. Therapie der ersten Wahl ist meist ein Cortisonpräparat. Falls dies nicht zufriedenstellend hilft, lässt eine niedrig dosierte Bestrahlung das verdickte Bindegewebe hinter den Augäpfeln meist gut bis sehr gut dauerhaft abschwellen. 

Aufnahme der liegenden Patientin mit geschlossenen Augen im TrueBeam Bestrahlungsgerät

Informationen zur Röntgenreizbestrahlung

Im Gegensatz zu anderen Strahlentherapien kommt die Röntgenreizbestrahlung mit einer sehr geringen Dosis aus. Ihre Wirkung ist zuverlässig und meist langanhaltend entzündungshemmend, was Schwellungen abklingen lässt und Schmerzen lindert. Das umliegende Gewebe wie Muskeln, Sehnen, Haut oder Knochen wird dabei nicht in Mitleidenschaft gezogen. Wir stellen das sicher, indem wir die Strahlung präzise auf die schmerzhafte Körperregion fokussieren und andere Bereiche vollständig schonen. Grundlage für diese schonende Methode ist unsere sorgfältige und individuelle Planung und Durchführung der Bestrahlung. Je nach Behandlungsareal kommt dabei zusätzlich eine dreidimensionale Planungs-Computertomografie zum Einsatz.

Krebssorgen unbegründet

Die Befürchtung eines erhöhten Krebsrisikos durch eine Entzündungsbestrahlung ist im Normalfall unbegründet. Das liegt daran, dass empfindliche Bereiche wie das blutbildende Knochenmark, die Schilddrüse, Geschlechtsorgane, das Gehirn oder Schleimhäute nicht mitbestrahlt werden. Sollte eine geringe Mitbestrahlung unvermeidbar sein, ist die Dosis durch unsere genaue Planung äußerst gering. Für maximale Sicherheit behandeln wir zudem weder junge Menschen in der Wachstumsphase noch schwangere Frauen.

Vorübergehende Schmerzen

Verglichen mit vielen anderen Behandlungen wie Operationen, Cortison-Gaben oder entzündungshemmenden Medikamenten ist die Röntgenreizbestrahlung eine besonders sanfte Methode. Sie ist zuverlässig wirksam und birgt kaum Risiken. Die Anwendungen selbst sind dabei völlig schmerzfrei. Es kann lediglich vorkommen, dass sich die Schmerzen während der Behandlungsserie für einige Tage leicht verstärken.

Volle Wirkung nach mehreren Wochen

Für eine deutliche bis vollständige und meist anhaltende Besserung sind in der Regel ein oder zwei Behandlungszyklen ausreichend. Jeder Zyklus besteht aus sechs kurzen Anwendungen von jeweils nur etwa 30 Sekunden. Eine erste Besserung kann sich schnell einstellen, die volle Wirkung der Therapie zeigt sich jedoch oft erst nach einigen Wochen.

Eine zweite Behandlungsserie ist sinnvoll, falls nach zwei bis drei Monaten weiterhin Beschwerden bestehen. Kehren die Symptome nach Jahren oder Jahrzehnten zurück, kann die Behandlung bei gutem Ansprechen und Erfolgsaussicht einfach wiederholt werden.

Broschüre „Röntgenreiztherapie:
Schmerzfreie Behandlung bei
schmerzhaften Entzündungen”

Weitere Informationen zur Römntgenreizbehandlung finden Sie in unserer Broschüre. Gerne senden wir sie Ihnen auf Wunsch zu.

Patientin in Behandlung mit dem TrueBeam Bestrahlungsgerät unter Aufsicht eines Arztes

Wir sind für Sie da, ganz in der Nähe

Sie haben noch Fragen?

Strahlentherapie und Röntgenbestrahlung sind Begriffe, die schnell verunsichern, genauso wie die hochtechnisierte Behandlung, die auf viele Menschen kalt und abweisend wirkt. Wir verstehen das gut und bieten Ihnen deshalb ausdrücklich an, uns, unsere Praxis und unsere Arbeit persönlich kennenzulernen.

Vereinbaren Sie einen Beratungstermin mit uns und wir beantworten Ihnen gerne alle Fragen, auf die Sie oder ihre Vertrauenspersonen eine Antwort bekommen möchten. 

© ROCC Strahlentherapie
Impressum | Datenschutz | Cookie-Einstellungen